Dresdner Romantikweg  Auf den Spuren der Romantik
 

Trinitatisfriedhof


Caspar David Friedrich, Der Friedhof, um 1825 (unvollendet), Öl auf Leinwand, 144 × 111 cm, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Der Evangelisch-Lutherische Trinitatisfriedhof im heutigen Dresdner Stadtteil Johannstadt entstand als Begräbnisstätte „auf dem weiten Feld“ ab 1814, als infolge der Napoleonischen Kriege innerhalb kurzer Zeit über 25.000 Tote bestattet werden mussten. Die Anlage wurde nach Entwürfen des sächsischen Hofbaumeisters Gottlob Friedrich Thormeyer errichtet und 1815 offiziell eröffnet. 


Das Eingangstor mit den Sandsteinpfeilern stammte von Ratsbaumeister Christian Gottlieb Spieß. Caspar David Friedrich (Greifswald 1774–1840 Dresden), einer der bedeutendsten Maler der Romantik, verewigte den Friedhofseingang 1825 in dem Gemälde Der Friedhof. Das unvollendete Bild ist mit der 1821 dokumentierten Totgeburt eines Kindes des Ehepaars Friedrich in Verbindung gebracht worden. Die besondere Neigung Friedrichs zur Darstellung von Grabmalen und Friedhöfen wird seinem Hang zu Melancholie und Schwermut zugeschrieben. Monumente der Erinnerung, etwa Denkmäler für die Gefallenen der Befreiungskriege oder Gräber vertrauter Menschen, sind ein häufiges Motiv in seinen Werken. In etlichen dieser Gemälde schwingt eine religiöse Überzeugung nach Überwindung der Grenzen des irdischen Lebens mit. Caspar David Friedrich wurde am 10. Mai 1840 auf dem Trinitatisfriedhof beerdigt. Drei Tage zuvor war er nach längerer Krankheit im Alter von 65 Jahren gestorben. Die Grabstätte des Malers und einiger seiner Familienmitglieder besteht aus einer schlichten, aus den 1930er Jahren stammenden Grabplatte. Anlässlich seines 250. Geburtstages wurde 2024 ein Denkmal in Form eines gotischen Fensters mit Eule gestiftet.